Gut ausgeschlafen ließen wir uns das Hotelfrühstück schmecken. Wie immer gab es genügend Auswahl, und ebenfalls wie immer wollten wir uns nicht zu Hotelanimationen – diesmal Boccia und Zumba – überreden lassen.
Den Tag wollten wir der näheren Umgebung und den Nachbarorten widmen. Wir machten uns also auf den Weg ins 10 km entfernte Polychrono. Einer der drei nebeneinander liegenden Strandorte, aufgrund der Vorsaison war dort noch nicht wirklich etwas los. Aber in der Nähe gab es den Mavrobara Turtle Lake, einen kleinen See im Naturschutzgebiet, der viele Schildkröten beherbergt.
Also machten wir uns auf den Weg, etwa 4 km, das sollte doch locker zu schaffen sein bei dem herrlichen Wetter. Der Hinweg wurde dennoch viel anstrengender als gedacht… Was die Reiseführer nicht verraten haben: es geht bergauf. Steil bergauf. Wirklich steil. Ein vom Regen der letzten Tage sehr ausgewaschener, teils schon als abenteuerlich zu bezeichnender Weg führte uns in Richtung des Sees. 2,4 km, dann links abbiegen, und noch 1,6 km – so erzählte es Google. Nur das auf den ersten 2 km circa 200 Meter Höhenunterschied lagen, erzählte es nicht. Aufstieg, Kurve, dahinter – ging es weiter hoch. Auch ein paar Ziegen konnten wir am Wegesrand begrüßen. Waren wir erleichtert, als wir das Stück geschafft hatten. Aber wenigstens hat uns die tolle Aussicht während der Wanderung entlohnt.
Dann ging es etwas flacher weiter, und auch die Wegbeschaffenheit war besser. Einige Höhenmeter waren zwar noch zu überwinden, aber bei weitem nicht mehr so steil. Und es dauerte nicht mehr allzu lange, dann hatten wir den kleinen See erreicht. Schon von weitem hörten wir ein paar Frösche, einer saß ganz neugierig am Rand des Sees und beobachtete, was so passierte. Dann tauchte auch schon die erste Schildkröte auf. Ein schmaler, dicht bewachsener Weg führte um den See herum, und am Ende kamen auf einmal 10 Schildkröten auf uns zugeschwommen. Eine wollte wohl Fotomodell stehen, so dicht, wie die sich herantraute… Auf jeden Fall hatten sich die Strapazen des Aufstiegs gelohnt.
Auf dem Weg zurück nach Polychrono machten wir noch an einer kleinen Kirche und einer kleinen Kapelle am Wegesrand halt. Wir nahmen dann den etwas leichteren Weg, obwohl der ziemlich genauso steil war, aber in besserem Zustand.
Dann fuhren wir in den Nachbarort Chanioti. Hier gibt es eine sehr schöne Kirche, Agios Ioannis Chrisostomos, nur leider war sie verschlossen. Aber auch von außen ein herrliches Gebäude. Im nahen Strandcafe ließen wir uns dann erstmal ein kaltes Getränk schmecken und ruhten die Füße etwas aus.
Auf dem Weg zum Parkplatz wurde noch in einen Souvenirladen geschaut, dann fuhren wir ins Hotel zurück – der Whirlpool rief ganz laut nach uns. Und die Entspannung dort tat vor dem Abendessen richtig gut.
Dieses nahmen wir heute im Marios Family ein. Sieht auf den ersten Blick mehr nach einem Imbiss aus, direkt an der Straße gelegen, auf dem Schild steht auch „Fast Food“. Aber die Bewertungen versprachen sehr leckeres und reichliches Essen, und so war es auch. Portionen zum satt werden, alles frisch zubereitet, herzliche Bedienung. Nach dem Essen gab es eine Verdauungsflüssigkeit aufs Haus. Und dann wollten sie nicht mal das Trinkgeld in der Höhe haben, die wir vorgesehen hatten. Auf jeden Fall ist dieses Restaurant eine klare Empfehlung.